Die Gefahrklasse der für die Fertighausbauer maßgeblichen Tarifstelle 01 wird von derzeit 6,41 auf zunächst 7,14 und dann in zwei weiteren Schritten auf 8,60 erhöht. Das bedeutet eine Beitragserhöhung um zunächst ca. 11 % und dann in zwei weiteren Schritten um bis ca. 34 %. Hierzu sei angemerkt, dass die Beiträge der Fenster- und Möbelindustrie um bis zu ca. 45 % steigen werden und die der Schreinereien/Tischlereien um bis zu ca. 65 %.

Die vorgenannten Beitragserhöhungen sind die unmittelbare Folge der im Beobachtungszeitraum 2019-2022 ermittelten Unfallzahlen, die in der gesamten Holzbranche gegenüber dem vorherigen Beobachtungszeitraum drastisch gestiegen sind. Zu den o.g. neunen Gefahrklassen für die Holzfertigbauer sei noch relativierend angemerkt, dass die Belastungsziffer der im Gewerbezweig „Herstellung von Fertighäusern und deren Bauteilen“ eingruppierten 443 Unternehmen bei 8,779 liegt, also sogar noch etwas höher als die o.g. neuen Gefahrklassen.

Um für die Zukunft nachhaltig vorzubeugen, kommen wir nicht umhin, die Unfallzahlen wirksam und dauerhaft einzudämmen. Das lässt sich nur über eine konsequente Präventionsarbeit erreichen. Im Rahmen des laufenden Widerspruchs- und Klageverfahrens der in der BG Bau organsierten Holzfertigbauer gegen den neuen Gefahrtarif der BG Bau hat sich eine Interessengemeinschaft Holzfertigteilbau Arbeitssicherheit e.V. (IGAH) gegründet, die zukünftig die Interessen der Holzfertigteilbauer bei der Festlegung der Gefahrtarife meinungsstark vertreten und die notwendige Präventionsarbeit in der Branche nachhaltig forcieren wird. Nur wenn ein großer Teil der als Holzfertigteilbauer eingestuften Unternehmen ihre Unfallkosten in den Griff bekommen, profitiert die gesamte Branche von niedrigeren Beiträgen. Die Unternehmen eines Gewerbezweigs sitzen alle in einem Boot.

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