Für das Team, so berichtet Berthold mir später, ist das etwas ganz Essenzielles: man muss gut gemeinsam „schaffen“ können. Es funktioniert nicht, wenn da Angestellte sind, die auf Kosten des Teams ihr eigenes Ding durchdrücken wollen. Es geht um eine Gemeinschaft, manchmal wie eine Familie, die ein gemeinsames Ziel hat und wo jede und jeder einen wesentlichen Teil dazu beiträgt.

Diese Herzlichkeit, die begegnet mir gleich, als ich zur Tür reinkomme. Christoph nimmt mich in Empfang und dreht mit mir eine Runde durch die Firma. Hier sind alle per Du. Und auch ich fühle mich nach der zweiten Station als Teil davon. Christoph stellt mich immer als „der Michael vom Verband“ vor und, dass ich heute mal „mitmachen“ würde. „Vom Holzfertigbau-Verband“ kommentiere ich jedes Mal schmunzelnd und Stück für Stück erfahre ich an jeder Station, wer hier welchen Beitrag zum fertigen Holzhaus leistet: von der Verkaufsberatung hin zur Bemusterung, von der Planung hin zu den fertigen CAD-Daten für die Abbund-Anlage, von der Vorfertigung raus auf die Baustelle, bis dann innerhalb von kürzester Zeit das Haus steht.

Ich muss sagen, mich fasziniert dieser Prozess unheimlich – und ich hoffe, dass ich mir diese Faszination behalten kann – dass es nicht irgendwann mal „normal“ wird.

In der Werkhalle angekommen blitzt mir die brandneue Weinmann-Anlage entgegen. Teil-Automatisierte Fertigungsprozesse gehören bei OTT HAUS zum Standard. Fertige Wände sind hier eine Frage von Stunden. Diese Mischung aus klassischem Zimmerei-Handwerk in Verbindung mit millimetergenau-arbeitender Technologie – das ist schon etwas ganz Besonderes. So geht moderner Holzbau!

Auf dem Rückweg machen wir einen kurzen Stopp in der „Erlebniswelt“. Es ist nicht mehr als eine 2x2m große Nische, aber sie leistet etwas ganz Wesentliches: hier geht es nicht um schöne Bilder, Argumente oder Studienergebnisse, die den modernen Holzbau begründen und die Vorteile ausführen – hier kann ich fühlen, wie die Wärmeleitfähigkeit einer Holzfaser-Platte, die Luftdurchlässigkeit eines Zellulose-Dämmstoffes oder die Schalldichtigkeit einer Holzständerkonstruktion im Kleinen ist. An einer Gipsfaserplatte ist mit vier einfachen Schrauben ein Winkel befestigt, wo ich mich ohne Probleme mit meinem ganzen Gewicht draufstellen kann – mit einer voll eingeräumten Küchenregal-Zeile funktioniert das ebenso. Die Leute müssen sich selbst ihr Urteil bilden, erklärt mir Berthold später. Wir können denen so viel erzählen, wie wir wollen. Aber ANFASSEN heißt BEGREIFEN.

Am Vormittag steht noch ein Gespräch mit dem Geschäftsführer an. Achim ist heute nicht vor Ort, deshalb starten wir kurzerhand ein Video-Meeting. Er berichtet mir von seinen Tätigkeiten und insbesondere dem Wert der Kommunikation auf Augenhöhe. Ein Unternehmen läuft nicht von selbst. Man muss immer wieder Energie hineingeben. Und es läuft auch nicht immer alles reibungslos und rund. Aber, die Dinge müssen auf den Tisch. Es nutzt nichts die Zielabweichungen und Herausforderungen nicht anzusprechen. Die „Vernunft-Basis“ nennt er es. Ich muss in Konfliktsituationen und Auseinandersetzungen mich in die Position meines Gegenübers hineindenken können – so, als sitze ich auf seinem Stuhl: das Handeln meines Gegenübers wahrnehmen und verstehen. Und dann genauso, die Zielsetzungen ernst nehmen und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten suchen. Wichtig dabei: Das Gegenüber muss handlungsfähig bleiben. Es nützt nichts, wenn man sich in die Ecke gedrängt fühlt oder wenn jemand mir sagt, wie es besser geht. Weder, dass sich so ein Mitarbeiter weiterentwickelt, noch, dass daraus eine kreative Lösungsfindung entsteht.

Vor dem Mittag betrete ich die heiligen Hallen der Geschäftsleitung. Mit Berthold diskutiere ich seinen Ansatz der kennzahlengestützten Betriebsführung: Jeder Bereich trägt einen Teil zum fertigen Produkt bei – und diesen Beitrag muss man messen können. Was man nicht messen kann, existiert nicht. Diese Zahlen beobachtet Berthold mit seinem Team jede Woche ganz genau. Abweichungen und Trends können so sehr genau analysiert werden und entsprechenden Maßnahmen erfolgen nicht „aus dem Bauch“ heraus, sondern auf der Grundlage von validen Daten. Das ist sehr überzeugend. In der Theorie erinnert es mich sehr an die Inhalte zum agilen Management aus dem Studium – nur, dass das hier nicht aus dem Lehrbuch stammt und der Begriff „agil“ nirgendwo im Gespräch verwendet werden muss. Es ist langjährige unternehmerische Erfahrung und überaus kluge Betriebsführung.

Nach der Mittagspause geht’s raus in die Fertigung. Den Nachmittag verbringe ich dann am Fertigungstisch und stopfe Holzfaserdämmung und helfe mit, einige Dachelemente vorzubereiten. Nebenbei philosophieren wir über den Fortschritt durch neue Technologien und dass man sich ja auch schon vor 100 Jahren neue Werkzeuge ausgedacht hat, die damals die Holzfertigungsprozesse schneller und effizienter gemacht haben. Damals wars eben die Fertigungsbeile, um Balken aus ganzen Stämmen zu schlagen – heute ist es die Weinmann-Brücke. Jede Zeit bringt neue Anforderungen und Möglichkeiten hervor. Und in diesem Spektrum entwickelt sich auch die Technik weiter.

Zum Abschluss des Tages will ich unbedingt noch wissen, was sich hinter dem Konzept „GESUND WOHNEN“ verbirgt, was ich bei Berthold überall unter seinem Logo lese. So, wie wir auf unseren Körper und zunehmend auch auf unsere seelische Gesundheit achten, erklärt Berthold, so wollen wir auch GESUND WOHNEN. Und das ist genau das, was die OTT-HÄUSER auszeichnen: Ein Holzhaus mit gesundem Raumklima, wo man sich einfach wohlfühlt, was der Gesundheit guttut. Viele denken bei einem Holzhaus eher an die Bretterbuden und Baracken der Nachkriegszeit oder der ersten Fertighäuser der 70er Jahre, so Berthold. Das hat natürlich nichts mit einem modernen Holzhaus zu tun. Da hat sich die Technik und der Standard absolut rasant weiterentwickelt. Berthold macht immer wieder die Erfahrung, dass sich die Menschen absolut in ein Holzhaus verlieben, wenn sie erstmal mit den Werkstoffen in Berührung gekommen sind – wenn man es mal anfassen durfte, die Fertigung gesehen hat, den Duft und die Raumluft eingeatmet hat.

Wir sind uns einig, dass wir den Menschen so viel erklären können, wie wir wollen – sie müssen es selbst erleben. Und hier haben wir im Holzfertigbau ein unschlagbares Produkt: Ein gesundes und hochmodern produziertes Haus aus Holz.

Mit vielen schönen Eindrücken und guten Erinnerungen mache ich mich wieder auf den Weg nach Hause und bin gespannt auf das nächste Abenteuer.

Weitere Informationen zu OTT HAUS und dem GESUND WOHNEN-Konzept gibt es hier: https://ott-haus.de/

Person mit grüner Kappe lehnt an einer Holzrahmenkonstruktion in einer Produktionshalle; im Hintergrund ist eine Fertigungsanlage von „OTT HAUS – Gesund wohnen“ zu sehen. Eingeblendeter Text: „Reisetagebuch – Auf zu OTT Haus“.Person mit Kappe arbeitet in einer Holzfertigungshalle an einem offenen Holzrahmen mit Dämmmaterial; im Hintergrund sind Maschinen, Werkbänke und weitere Bauelemente zu sehen.Person mit grüner Kappe steht in einer Werkstatt zwischen Werkbank und Leiter und hält zwei Handwerkzeuge aus Holz und Metall in den Händen.Person mit Kappe arbeitet in einer Werkstatt mit einer Handsäge an einem Holzbauteil; im Hintergrund stehen Leitern, Werkzeuge und weitere Holzelemente.Person mit Kappe arbeitet in einer Fertigungshalle an großen Holzplatten; im Hintergrund sind vorgefertigte Wandelemente, Fensterrahmen und Werkzeuge zu sehen.Person mit Kappe zeigt in einer Produktionshalle auf einen Bildschirm mit digitalem Bauplan an einer Maschinensteuerung von „OTT HAUS – Gesund wohnen“.

Alle Bilder: OTT HAUS

zurück