„Lufthansa-Hotel“ klang für mich erstmal nach dem Flughafen Frankfurt – aber weit gefehlt. Seeheim liegt beschaulich an der Bergstraße und hat gerade noch so eine Straßenbahnhaltestelle. Mit dem Rollkoffer wäre man dann nochmal 30 Minuten bergauf durch den Wald unterwegs gewesen.
Das haben mir zwei nette Kollegen von Zimmermeisterhaus erspart. Oben angekommen: Beeindruckende Aussicht. Beeindruckendes Hotel. Das hätte man mal in Holz bauen sollen!
Am Donnerstagabend war Aufbauen angesagt.
Und, was ich sehr schnell gelernt habe: Das Wesentliche findet abends an der Bar statt: Gespräche, persönlicher Austausch, die innovativen Ideen oder auch wo der Schuh drückt – all dafür hat man dann in Ruhe Zeit. Also, rein ins Getümmel. Viel Schlaf bekommt man auf Tagungen eh nicht.
Am Freitag starten dann die Vorträge: Juri Troy nimmt uns mit in das Thema „Holzbau – ganzheitlich anders“. Mich beeindruckt vor allem die Wiederverwendung des ausgehobenen Lehms, der dann wieder an den Innenwänden angebracht wird. Was für ein beeindruckendes Bau-Projekt. Der Tag nimmt Fahrt auf mit „Integraler Projektabwicklung“, Themen der Unternehmensführung, mehrgeschossiger Holzbau, Gebäudetyp E und einigen Best Practice-Beispielen.
Ein bisschen wundert es mich, wie geduldig und ruhig alle dasitzen und zuhören. Mit knapp 300 Teilnehmenden sind ja knapp 300 Experten zu jedwedem Thema anwesend – und das hört man dann auch lautstark in den Pausen. Da geht’s es so richtig ab: Gespräch hier, Diskussion da: „Und mit dem solltest du auch noch reden!“, „Wäre das nicht auch ein interessanter Partner für euch?“, „Hast du von dem Produkt schon gehört?“
Man sollte die Pause zum Hauptprogramm machen. Hier trifft man sich: Holzbauer mit Industriepartner. Meisterschüler mit Senior-Chef. Das „Stehbier“ bietet dafür eine schöne Bühne. Und ich darf mittendrin sein. Was für ein Privileg.
Der Abend endet stielvoll mit edlem Dinner und wirklich herzlichen Tischgesprächen. Und zum Ausklang? Wieder an die Bar. Zu den wesentlichen Themen. Nicht, dass man schon genug geredet hätte.
Tag 2. Es geht direkt los mit Input. Die Gruppen sind etwas kleiner, die Gespräche dafür intensiver. Brandschutz ist ein gefragtes Thema und wir überziehen maßlos die Pause, weil es sehr viel Gesprächsbedarf gibt. Parallel dazu: Arbeitgebermarke entwickeln.
Langsam füllen sich die Seminarräume und die zweite Panel-Runde am Morgen nimmt uns mit in KI-gestützte Montage im Holzbau (sehr beeindruckende Forschungsarbeit an der ETH Zürich) sowie einem Vortrag zu innerstädtischer Aufstockung.
Das Abschluss-Panel ist mit Christiane zu Salm prominent besetzt. Es knistert im Raum als sie ihre persönliche Lebensgeschichte mit dem KeyNote-Thema verbindet: Das Leben vom Ende herdenken. Wie treffe ich Entscheidungen im Jetzt, wenn ich Sie aus der rückblickenden Perspektive am Lebensende bewerten würde – kleiner Knoten im Gehirn. Aber die Botschaft sitzt: Einen Schritt zurücktreten. Entscheidungs-Zwänge minimieren. Vielleicht noch eine dritte Option finden. In Zeiten von rasanter Beschleunigung und großem Handlungsdruck ein guter Ansatz. Komplexität reduzieren und darüber nachdenken, was wirklich zählt im Leben. Dem eigenen Kompass vertrauen.
Abbau. Herzliche Verabschiedungen. Aus die Maus. Ab nach Haus.
Mein Fazit: Ich habe den Begriff „Holzbau-Familie“ erlebt. Die vielen Menschen, die an ganz unterschiedlichen Stellen unsere Branche voranbringen. Kluge Köpfe, neugierige Denker, Anpacker. Immer mit dem Blick nach vorn.
Ziemlich beeindruckend, weil es ja nicht allen wirtschaftlich gut geht.
In zwei Jahren heißt es dann wieder TRIALOG HOLZBAU. Der Einsatz dafür lohnt sich in jedem Fall. Ich sage Danke an alle Partner und Sponsoren, die dieses „Fest“ der Holzbau-Familie möglich gemacht haben.
Bis zum nächsten Mal!
Weitere Infos
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