Zusätzlich haben sich ergebende Streitfälle zu diesem Thema, bei der besonders die harzreicheren also meist auch terpenhaltigeren Hölzer in den Fokus gerieten, die in Deutschland am zweithäufigsten vorkommende Nadelholzart ins „Abseits“ gebracht.
Wir können uns einen weitestgehenden Verzicht auf diese wichtige Holzressource angesichts der zurückgehenden Fichtebestände nicht leisten. Es ist auch unter Aspekten der regionalen Wertschöpfung und steigender Logistikkosten unsinnig, Kiefernholz und daraus produzierte Bauprodukte zu exportieren und dafür die Bedarfsmengen mit Fichtenholz aus dem Ausland zu decken. Das alles, obwohl die Forschungsergebnisse der letzten Jahre mehrfach ergeben haben, dass die in den üblichen Beladungen von Raumluft vorkommenden Terpenmengen gesundheitlich unbedenklich sind.
Um zu einer sachlichen Einschätzung der Ist-Situation in Bezug auf die Verwendung von Kiefernholz zu kommen, haben vier Wirtschaftsverbände aus der Holzwirtschaft im Rahmen des Arbeitskreises VOC im Deutschen Holzwirtschaftsrat beschlossen, unter ihren jeweiligen Mitgliedsunternehmen eine diesbezügliche Umfrage durchzuführen. Ziel dieser Umfrage war es, den aktuellen Einsatz der Holzart Kiefer im Holzbau zu erfassen und vorhandene Potenziale zu identifizieren. Gleichzeitig wurden Hemmnisse untersucht, die den Einsatz von Kiefer begrenzen, darunter VOC-Anforderungen, Innenraumluftkriterien und Vorgaben aus Zertifizierungen. Die Ergebnisse sollen als fundierte Grundlage für eine sachgerechte Weiterentwicklung von Rahmenbedingungen dienen. Vor allem aber auch, um verifizierte Aussagen gegenüber der Politik zu begründen und um fundierte Argumente abzuleiten.
Es nahmen ca. 80 Unternehmen aus dem Deutschen Holzfertigbauverband (DHV), 45 Unternehmen aus dem Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH), 20 Unternehmen aus dem Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) und ein Teil der Mitglieder des Verband der Holzwerkstoffindustrie (VHI) teil.
Je nach Verband und Ausrichtung konnten folgende Ergebnisse festgestellt werden:
Die verarbeitenden Verbände setzen Kieferholz nur noch in geringen Mengen ein (meist < 10% am Jahresverbrauch) , würden wegen der Verfügbarkeit und der kurzen Wege aus nationalen Beständen, diese deutlich stärker einsetzen, wenn das maßgebliche Hindernis – die VOC Anforderungen – deutlich korrigiert werden würden. Durch die Streitfälle, die es mit Auftraggebern gegeben hat, hat sich eine Vermeidungsmentalität entwickelt. Dies gilt auch für die Sägewerke und Rohholzverarbeiter, von denen die Hälfte sofort mehr Kiefernholz verarbeiten würden, wenn die Anforderungen an die Innenraumluft mit hoher Sicherheit einzuhalten wären. Bei der Holzwerkstoffindustrie wird von allen Unternehmen Kiefernholz in der Produktion eingesetzt, man würde aber deutlich mehr einsetzen.
Die Ergebnisse werden nun aufbereitet und in der weiteren Diskussion gezielt eingesetzt. Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Teilnehmern für die Unterstützung.
Nachfolgend noch zwei ausgesuchte Grafiken aus der Auswertung:


