Blumberg-Riedböhringen/Oberndorf a.N. (DHV). Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren zweifelsohne schon mal besser. Wie denken Holzbauer dieser Tage über die Großwetterlage? Wie soll es im Bausektor weitergehen? Unternehmer Florian Fluck aus dem südbadischen Blumberg formulierte einige bemerkenswerte Thesen. Was der gelernte Zimmermeister an der Holzbaubranche einzigartig findet, macht Mut, füreinander einzustehen und Konjunkturschwankungen gemeinsam die Stirn zu bieten.

Könnte es ein größeres Lob geben, als wenn die Konkurrenz die eigenen Produkte und Verfahren so gut es eben geht kopiert? Der Holzbau darf sich geschmeichelt fühlen, dass sich auch konventionelle Haushersteller mit Fragen der Vorfertigung befassen. Dass der Zauber oftmals nur von kurzer Dauer ist, liegt nicht selten am Gewicht, das mineralische Rohbauelemente auf die Waage bringen. Vor daher wundert man sich schon, dass es immer wieder Unentwegte gibt, die die Quadratur des Kreises proben…

Leichtbauweise vorteilhaft
Maßgenaue Vorfertigung von Wand-, Dach- und Deckenelementen ist eine Domäne des Holzrahmen- und Holzfertigbaus – und wird es wohl für lange Zeit auch bleiben. Gleiches gilt für Raummodule aus Holz, die bezugsbereit zum Bestimmungsort verbracht werden und sich dort im Handumdrehen zu weitaus größeren Gebilden kombinieren lassen.

Überblick verschaffen, Übersicht behalten
Erfolg ist zwar ein sanftes Ruhekissen, das Marktgeschehen sollte man jedoch stets im Blick behalten: „Gerade bei der gegenwärtig recht durchwachsenen – um nicht zu sagen: wetterwendischen – Konjunktur müssen Holzbauunternehmer wachsam bleiben und immer wieder schauen, wie der Markt auf ihre vielfältigen Angebote reagiert.“, unterstreicht Florian Fluck. Seiner Meinung nach gilt es für Holzbauunternehmer mehr denn je, vorausschauend zu agieren und bei Bedarf flexibel an den Stellschrauben zu drehen.

Klar kommunizieren
Nachhaltig, ökologisch und dennoch preiswert muss ein Neubau heute sein, wenn er Käufer finden soll. Gerade von Nachhaltigkeit ist derzeit viel die Rede, beinahe jederzeit und überall. Doch nicht immer ist Nachhaltigkeit so gemeint, wie sie Carl von Carlowitz einst definierte. Dementsprechend wirkt das Hochwertwort oft floskelhaft, bisweilen gar inhaltsentleert. Florian Fluck merkt hierzu an: „Wo die Bedeutung des Begriffs vernebelt wird, geht die Unterscheidungskraft verloren. Macht es vor diesem Hintergrund noch Sinn, Nachhaltigkeit als besonderen Vorteil unserer Bauweise immer und immer wieder zu betonen?

Holzbau flexibilisieren
Wie und womit gebaut wird, scheint urplötzlich einerlei, wenn Mehrkosten zu erwarten und von der Bauherrschaft zu schultern sind. Für Holzbauunternehmen kann das nur bedeuten, „preiswertes Bauen“ anzubieten: Gebäude, die einfachen Standards genügen und dennoch ihren Zweck erfüllen. Florian Fluck wünscht sich von den Holzbauverbänden, verstärkt Schulungen für Planer und Architekten abzuhalten, um dem sich wandelnden Bedarf des Marktes auch in Zukunft zu entsprechen.

Stärken bündeln
Du musst Allianzen bilden! Ohne Netzwerk wirst Du größere Projekte nicht mehr händeln können. Egal, ob für private oder öffentliche Auftraggeber!“, betont Florian Fluck. Die Arbeit von tüchtigen Verbänden wie dem DHV schätzt er grundsätzlich als wichtig ein, um gemeinsame Interessen der Mitglieder öffentlichkeitswirksam zu Gehör zu bringen. „Ohne permanentes Grundrauschen, dass sich im Holzbau Bemerkenswertes tut, hätten es gerade kleinere bis mittelgroße Firmen ungleich schwerer, sich gegenüber mineralisch orientierten Wettbewerbern zu behaupten.“, ist Fluck überzeugt.

Er könnte sich gut vorstellen, dass die zahlreichen Holzbauverbände, die es in Deutschland gibt, leichter zu den Entscheidern durchdringen, wenn sie ihre Statements koordinieren würden. Der DHV ist dazu in der Lage und bereit, koordinierende und bündelnde Funktionen wahrzunehmen. Wie gut engagiertes Miteinander über Verbandsgrenzen hinweg funktioniert, welche Perspektiven sich eröffnen und zu welchen Erfolgen gemeinschaftliches Handeln führt, hat die Verbandsarbeit der letzten Jahre deutlich gezeigt. Vom überzeugten Einstehen für die Interessen der gesamten Holzwirtschaft auf lokaler, regionaler, nationaler sowie zunehmend auch auf europäischer Ebene profitieren letztlich alle Holzbauunternehmen. Darauf kommt es heute und in Zukunft an!

Allianzen bilden
Zimmereien und Holzfertigbauunternehmen empfiehlt Fluck, im Verbund mit den Verbänden die Stärken des Holzbaus unermüdlich sachlich darzulegen. Aufkommende Fragen, auch wenn sie unbequem sein mögen, gelte es ergebnisoffen zu besprechen. „Wir Holzbauer wissen, was wir können. Einander sollten wir uns den Erfolg nicht neiden. Was uns stark macht, sind die einzigartigen Vorzüge unseres Gewerks.“ Dazu zählt Fluck u. a.

  • die Natürlichkeit des Baumaterials und dessen klimaschonende CO2-bindende Wirkung,
  • seine regionale bis lokale – für jeden einzelnen Stamm nachvollziehbare und somit kontrollierbare – Herkunft,
  • sein im Vergleich zu mineralischen Elementen wesentlich geringeres spezifisches Gewicht,
  • die Möglichkeit zur Vorfertigung von Wand-, Dach- und Deckenelementen in großen Losen,
  • die schon vorhandenen Kapazitäten der deutschen Holzwirtschaft zur maschinellen Vorfertigung in wettergeschützten Hallen
  • sowie standardisierte Fertigungs- und Bauabläufe, die mit umfassenden Qualitätssicherungsmaßnahmen einhergehen und den Baufortschritt beschleunigen;
  • zu guter Letzt natürlich auch die lebenspraktischen Komfortvorteile eines Holzbaus wie zum Beispiel: Rund-um-die-Uhr-Behaglichkeit, hochwirksamer sommerlicher Hitzeschutz sowie ein nur minimaler Gebäudeenergiebedarf.

Wenn wir unsere Argumentation auf die Vorteile der Holzbauweise konzentrieren, haben wir gute Chancen, bei potenziellen Auftraggebern Gehör zu finden. Dabei gilt, dass Holzbauunternehmer gemeinsam mehr bewirken können als jeder für sich allein. Im Verbund können wir umso leichter größere bis sehr große Projekte akquirieren, die für einzelne Holzbaubetriebe ansonsten kaum zu stemmen sind.“, fasst Florian Fluck zusammen. Sein Betrieb geht ideenreich voran (https://www.fluck-holzbau.de).

FLUCK Holzbau wurde 2008 von Zimmermeister Florian Fluck in Blumberg-Riedböhringen gegründet.

Weil bei praktisch jedem Kunden vorrangig der erste Eindruck zählt, dient die Firmenzentrale von Fluck Holzbau auch repräsentativen Zwecken. 

Die Herstellung von Wand-, Dach- und Deckenbauteilen erfolgt bei Fluck Holzbau in der Halle. Die wertvollen vorgefertigten Elemente werden eigens für den Transport zum Bestimmungsort komplett eingehaust.

Für Zimmermeister Thomas Müller gehört computerunterstützter Abbund zur arbeitstäglichen Routine.

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